Nothilfe Birgitta Wolf e.V. Murnau

Täter-Opfer-Ausgleich

 

Postfach 1331, 82413 Murnau, Tel.: 08841/6769919

 

 

 

Jahresbericht Täter-Opfer-Ausgleich 2007

 

 

 

Der Verein Nothilfe e.V. versteht sich durch das Angebot des Täter-Opfer-Ausgleichs als unparteiischer Vermittler zwischen Opfern und Tätern. Er bietet den beteiligten Parteien bei der gemeinsamen Suche nach einer annehmbaren Lösung ihres Konflikts seine Unterstützung an:

·       Der Vorfall und die Folgen kommen an einem neutralen Ort zur Sprache.

·       Dies geschieht zusammen mit ausgebildeten Vermittlern.

·       Es wird eine Form der Wiedergutmachung gesucht, mit der beide Seiten einverstanden sind.

Gegenseitige Vorurteile sowie Ängste einerseits und Schuldgefühle andererseits können abgebaut und so die Verarbeitung der Tat erleichtert werden. Darüber hinaus gewinnen die Beteiligten an Erfahrung, zukünftig auftretende Konfliktsituationen besser zu lösen.

 

Fallzahlen für den Täter-Opfer-Ausgleich im Erwachsenenrecht 2007

Im Jahr 2007 sind 45 Zuweisungen für den TOA in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim/Schongau eingegangen. Davon erfolgten 43 auf Anregung durch die Staatsanwaltschaft München II und 2 durch das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen. Dies ist ein deutlicher Anstieg der Zuweisungen im Vergleich zum Vorjahr ( Start der TOA Fachstelle im Februar 2006).

 

2007

2006

45 Zuweisungen

 

10 Zuweisungen

 

Von den 45 Zuweisungen wurden 40 bearbeitet. 2 Zuweisungen wurden an eine andere Fachstelle zur Bearbeitung weitergeleitet. 3 Zuweisungen in denen die Beschuldigten den Tatvorwurf im Erstkontakt bestritten wurden aufgrund mangelnder Falleignung an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben.

Konfliktbeteiligte

In den 40 Zuweisungen gab es 105 Beteiligte, davon 52 Beschuldigte (= Fälle) und 53 Geschädigte.

In 24 Ausgleichsverfahren hatten sich die Straftaten im sozialen Nahraum (Nachbarschaft, Arbeitsplatz, Familie...) ereignet, davon wiederum 6 Fälle von häuslicher Gewalt durch den Partner. Die Ausgleichsverfahren mit Hintergrund sozialer Nahraum wurden überwiegend in Co-Mediation bearbeitet und waren in der Regel sehr zeit -und kostenintensiv. Eine besondere Bedeutung hatte hier neben dem Mediationsverfahren die Beratung der Betroffenen im Bereich häusliche Gewalt und Stalking.

 

Beschuldigte

51 Beschuldigte waren deutsche Staatsbürger, 1 Beschuldigter ausländischer Herkunft

 

Geschädigte

52 Geschädigte waren deutsche Staatsbürger, 1 Geschädigter ausländischer Herkunft

 

Beteiligte Rechtsanwälte

Insgesamt waren 20 Rechtsanwälte ( 11 Beschuldigte, 9 Geschädigte) bereits zu Beginn des TOA beauftragt, die Interessen ihrer Mandanten zu vertreten. Die Zahlen zeigen, dass sich die Mehrzahl der Beteiligten im Ausgleichsverfahren vollständig selbst vertreten wollte. In den Fällen mit aktiver Beteiligung der Rechtsanwälte hatten diese eine wichtige beratende und unterstützende Funktion bei der abschließenden Erarbeitung der TOA Vereinbarungen.

 

Deliktstruktur: Insgesamt 68 Delikte, davon:

18 Fälle Körperverletzung, 8 Fälle Beleidigung, 4 Fälle Beleidigung mit sex. Hintergrund, 6 Fälle gefährliche KV, 7 Fälle Sachbeschädigung, 4 Fälle Verletzung der Unterhaltspflicht, 4 Fälle Hausfriedensbruch, 3 Fälle Bedrohung, 3 Fälle Nötigung, 2 Fälle fahrlässige KV, 2 Fälle Unterschlagung, 1x Betrug, 1x Erpressung, 1x Nachstellung, 1x Verleumdung, 1x Entziehung Minderjähriger, 1x Urkundenfälschung, 1x falsche Beschuldigung.

Bereich Körperverletzungen gesamt:                                  26

Bereich Beleidigung/Bedrohung/Nötigung                       18

Bereich Sachbeschädigung/Vermögensdelikte                  10

 

24 Ausgleichsverfahren wurden im Jahr 2007 abgeschlossen. Weitere 16 Ausgleichsverfahren waren somit zum Jahresende noch in Bearbeitung.

 

Ergebnisse der Ausgleichsverfahren und Erfolgsquote

Berücksichtigt wurden hier die 24 abgeschlossenen Fallzuweisungen zum 31.12.2007.

16 x Abschluss mit Vereinbarung

2x kein Interesse an TOA von Seiten der Geschädigten

3x kein Interesse an TOA von Seiten der Geschädigten und Beschuldigten

2x im Ausgleichsverfahren gescheitert

1x Fallabschluss nicht möglich da Beteiligte im Ausland

Erfolgsquote der durchgeführten Ausgleichsverfahren:                 66 %

 

Stand 1.3.2008: 40 bearbeitete Zuweisungen aus 2007

30 x Abschluss mit Vereinbarung

8 x ohne Abschluss einer Vereinbarung

2 Fälle aus 2007 sind noch nicht abgeschlossen.

Erfolgsquote 2007:              75 %      (Stand 01.03.08)

Erfolgsquote 2007:              80 %       (Nach Abschluss aller Fälle aus 07)